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Deutsches Zentrum Immuntherapie

Sprecher:
Prof. Dr. med. Markus F. Neurath
Prof. Dr. med. univ. Georg Schett
Uni-Klinikum, Onkologie, Medizin 1

Muskel- und Knochenanalyse für Krebspatientinnen und -patienten

Förderverein des Tumorzentrums Erlangen-Nürnberg spendet 10.000 Euro für neues Messgerät des Hector-Centers

Menschen mit Krebserkrankung leiden häufig unter Muskelabbau und Knochenschwund. Sowohl durch die Erkrankung selbst als auch durch die Chemo- und/oder Strahlentherapie kann der Körper stark beansprucht werden. Das Hector-Center für Ernährung, Bewegung und Sport an der Medizinischen Klinik 1 – Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie (Direktor: Prof. Dr. Markus F. Neurath) des Universitätsklinikums Erlangen unterstützt Betroffene dabei, Muskelkraft und allgemeine Fitness mit einer angemessenen Ernährung und körperlichem Training wiederzugewinnen. Mit einer Spende in Höhe von 10.000 Euro unterstützt der Förderverein des Tumorzentrums Erlangen-Nürnberg nun die Anschaffung eines neuen pQCT-Messgeräts (periphere quantitative Computertomografie), um den Erfolg dieser Maßnahmen besser bestimmen zu können. Zusammen mit den Spendensummen der Manfred-Roth-Stiftung (Vorstand: Dr. Wilhelm Polster) und der Forschungsstiftung Medizin (Vorstand: Prof. Dr. Werner G. Daniel) von Anfang September kann das Gerät fast vollständig finanziert werden. Christa Matschl und Thomas Pickel freuten sich, jetzt den Spendenscheck an das Team des Hector-Centers zu übergeben.
Prof. Dr. Yurdagül Zopf (2. v. l., Leiterin Hector-Center), Dr. Dejan Reljic (2. v. r., sportwissenschaftlicher Leiter Hector-Center) und Dr. Hans Joachim Herrmann (r., ernährungswissenschaftlicher Leiter Hector-Center) freuen sich über die Spende, die von Christa Matschl und Thomas Pickel vom Förderverein des Tumorzentrums Erlangen-Nürnberg übergeben wurde. Foto: Barbara Mestel/Uni-Klinikum Erlangen

„Der Erhalt beziehungsweise Aufbau der Muskulatur ist bei der komplementären Therapie von Tumorpatientinnen und -patienten essenziell. Eine körperliche Stabilisierung und Steigerung der Leistungsfähigkeit führt bei den Krebspatientinnen und Krebspatienten nachweislich zu mehr Lebensqualität“, erklärte Prof. Dr. Yurdagül Zopf, Leiterin des Hector-Centers. „Mit dem Erhalt beziehungsweise dem Aufbau der Muskulatur wird die Prognose der oder des Kranken verbessert. Aber natürlich können wir körperlich geschwächte Patientinnen und Patienten nicht einfach in ein Fitnessstudio schicken. Hier im Hector-Center betreuen wir die Betroffenen in einem interdisziplinären Team aus Ernährungsmedizinerinnen und -medizinern, Sport- sowie Ernährungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern umfassend und unterstützen sie bei ihrer Genesung.“

Messung von Muskelmasse und Knochendichte

Bisher wurde der Anteil an Muskelmasse im Hector-Center mit der Bioelektrischen Impedanzanalyse (BIA) gemessen. Jedoch können bei dieser Methode Ungenauigkeiten auftreten, wenn die Patientin oder der Patient beispielsweise dehydriert ist oder Wassereinlagerungen hat. „Präzisere Ergebnisse hingegen liefert das Bild des pQCT, das den genauen Umfang des Muskels messen kann und nicht von Verschiebungen des Flüssigkeitshaushaltes beeinflusst wird. Im Grunde funktioniert das pQCT wie ein herkömmlicher Computertomograf, jedoch wird beim pQCT nur eine Extremität gescannt“, so Dr. Reljic, sportwissenschaftlicher Leiter des Hector-Centers. „Auch Patienten mit gestörtem Flüssigkeitshaushalt erhalten so eine genauere Analyse des Muskelanteils sowie der Knochenstabilität.“

Unmittelbare Unterstützung der Erkrankten

Die Betroffenen werden im Hector-Center sowohl ambulant als auch stationär betreut. „Oftmals sind die Betroffenen selbst und die betreuenden Kollegen erstaunt, in welchem Ausmaß die Patienten von unserer individualisierten Ernährungs- und Sporttherapie profitieren. Das freut uns natürlich ganz besonders“, erzählte Prof. Zopf. Dass die Spende in Höhe von 10.000 Euro den Erkrankten durch die Anschaffung des pQCT-Scanners direkt zugutekommt, liegt Christa Matschl vom Förderverein des Tumorzentrums Erlangen-Nürnberg sehr am Herzen. „Den Betroffenen unmittelbar helfen zu können, nach einer Krebserkrankung zu mehr Vitalität zu gelangen, ist für uns elementar. Eine verbesserte körperliche Aktivität verhilft der Patientin oder dem Patienten zu einer erhöhten Lebensqualität – und das ist doch das Wichtigste.“

Das Tumorzentrum Erlangen-Nürnberg

Das Tumorzentrum der Universität Erlangen-Nürnberg ist ein Zusammenschluss von über 300 Ärztinnen und Ärzten sowie onkologisch Tätigen aus der Region. Das interdisziplinäre Netzwerk setzt sich über alle Versorgungsebenen hinweg für die Qualitätssicherung in der Tumortherapie ein.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Yurdagül Zopf
Telefon: 09131 85-45218
E-Mail: yurdaguel.zopf uk-erlangen.de