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Deutsches Zentrum Immuntherapie

Sprecher:
Prof. Dr. med. Markus F. Neurath
Prof. Dr. med. univ. Georg Schett
Uni-Klinikum, Medizinische Fakultät

Fortschritte in Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen

Mitglieder des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung stellen bei erstem Netzwerktreffen erste Ergebnisse vor

„Exzellenz stärken – Wissen teilen“. Unter diesem gemeinsamen Motto fand jetzt am Universitätsklinikum Erlangen das erste Netzwerktreffen des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) statt. Seit November 2019 arbeiten die sechs bayerischen Universitätsklinika im BZKF zusammen. Im Rahmen des Netzwerktreffens wurden nun die ersten Maßnahmen und Ergebnisse der Arbeitsgruppen und der geförderten Leuchtturmprojekte vorgestellt. Ziel dieser Initiative ist es, die Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten in Bayern auf ein neues Level zu heben, indem die Expertise aller sechs Standorte in einem gemeinsamen Zentrum gebündelt wird. Des Weiteren will das BZKF die klinische Krebsforschung in Bayern, die bereits seit vielen Jahren auf einem hohen Niveau ist, noch weiter verbessern, um im nationalen und internationalen Vergleich konkurrenzfähiger zu werden.
Austausch im Rahmen des BZKF-Netzwerktreffens 2021 (v. l. n. r.): Prof. Dr. Andreas Mackensen (Direktor des BZKF und Direktor der Medizin 5 des Uni-Klinikums Erlangen), Thomas Butzenlechner (Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst) und Prof. Dr. Michael Uder (Direktor der Radiologie des Uni-Klinikums Erlangen). Foto: Matthias Merz Fotografie

Neben der Vorstellung und der Diskussion der geförderten Projekte ermöglichte das Treffen den direkten Austausch, der im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nur über digitale Konferenzen stattfinden konnte. Für die 110 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die aus ganz Bayern anreisten, war es das erste persönliche Zusammentreffen. Die Möglichkeit, mit den verschiedenen Arbeitsgruppen des BZKF in Kontakt zu treten und über mögliche Vernetzungen zu diskutieren, wurde von allen Anwesenden nach der langen Zeit des Abstands sehr begrüßt.

Die Aufbauphase des BZKF wird sich über vier bis fünf Jahre erstrecken. In dieser Zeit wird in verschiedenen Arbeitsgruppen eine einheitliche Grundstruktur an allen Universitätsklinika etabliert, um u. a. an allen sechs Standorten gleiche Bedingungen für die Durchführung klinischer Studien vorhalten zu können. Allein im Jahr 2021 fördert das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst das BZKF mit 7,2 Millionen Euro. Aus diesen Mitteln werden u. a. die ersten Leuchttürme und Studiengruppen mit insgesamt 2,3 Millionen Euro finanziert. Der Leuchtturm „Bildgebung und Theranostics“, der von Prof. Dr. Wolfgang Weber, Direktor der Nuklearmedizinischen Klinik und Poliklinik des Klinikums rechts der Isar, geleitet wird, beschäftigt sich mit neuen bildgebenden Technologien. Theranostik, die Kombination aus „Therapie“ und „Diagnostik“, bezieht sich auf Medikamente, die nicht nur zur Behandlung, sondern auch zur Sichtbarmachung von Tumoren genutzt werden können. In diesem Bereich sind die bayerischen Universitäten international führend, innovative Verfahren werden bereits heute in der Krebstherapie eingesetzt.

Im Leuchtturm „Zelluläre Immuntherapie“, der von Prof. Dr. Wolfgang Herr, Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Regensburg koordiniert wird, werden neue Immunzelltherapeutika für die klinische Anwendung bei Tumorpatientinnen und -patienten entwickelt. Da es sich um komplexe Arzneimittelprodukte handelt, bestehen hohe Anforderungen an die Vorbereitung, die Herstellung und die klinische Anwendung. Auch in diesem Forschungsbereich sind die bayerischen Universitätsklinika international sehr gut aufgestellt.

Neben den Leuchttürmen haben im vergangenen Jahr die ersten klinischen Studiengruppen ihre Tätigkeiten am BZKF aufgenommen. Die Studiengruppen sollen langfristig gemeinsam klinische Studien mit neuen Krebsmedikamenten, die in Bayern entwickelt wurden, durchführen. Die Vision ist es, dass in naher Zukunft aus dem BZKF eine Zulassung für eine neue wirksame Krebstherapie resultiert.

„Schon jetzt setzt das Bayerische Zentrum für Krebsforschung als eines der ersten interuniversitären deutschen Krebsforschungszentren national wie international neue Akzente im Kampf gegen Krebs“, betont Bernd Sibler, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst. „Die hochmodernen Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten in Zusammenspiel mit der interdisziplinären Zusammenarbeit gewährleisten eine bestmögliche medizinische Versorgung. Das BZKF steht für eine bürgernahe Krebsmedizin: Die Vernetzung der universitären Standorte und der niedergelassenen Fachärztinnen und -ärzte ermöglicht allen Patientinnen und Patienten in Bayern einen wohnortnahen Zugang zu onkologischer Spitzenmedizin im Freistaat“, so Bernd Sibler weiter.

Bayerisches Zentrum für Krebsforschung (BZKF)

Mit der Gründung des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) im November 2019 wird das große Ziel verfolgt, allen Bürgerinnen und Bürgern in Bayern, ganz unabhängig von ihrem Wohnort, Zugang zu bestmöglichen, neusten und innovativen Therapien zu ermöglichen. Mit dem Zusammenschluss der sechs bayerischen Universitätsklinika in Augsburg, Erlangen, den zwei Standorten in München, Regensburg und Würzburg wird nicht nur die Krebsforschung gefördert, sondern es werden auch Kompetenzen und Wissen zu den Themen Früherkennung, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen gebündelt und zugleich Betroffenen eine flächendeckende und interdisziplinäre Versorgung angeboten. „Das Ziel unseres Zentrums ist es, gemeinsam innovative Krebstherapien von der Grundlagenforschung über die präklinische Prüfung zu den Patientinnen und Patienten zu bringen“, so Prof. Dr. Andreas Mackensen, Direktor des BZKF und Direktor der Medizinischen Klinik 5 – Hämatologie und Internistische Onkologie des Universitätsklinikums Erlangen. „Neben dem Ziel, die Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten in Bayern voranzutreiben, möchten wir uns aber als starkes Konsortium etablieren, das national wie international in der Krebsbekämpfung eine entscheidende Rolle spielt“, so Prof. Mackensen weiter. Mit dem kostenfreien BürgerTelefonKrebs 0800 85 100 80 haben die Bürgerinnen und Bürger eine unkomplizierte Möglichkeit, sich individuell zu allen Fragen bezüglich Krebserkrankungen beraten zu lassen.

Ausführliche Informationen finden sich auf der Website des BZKF: www.bzkf.de

Quelle: Bayerisches Zentrum für Krebsforschung

Weitere Informationen:

BZKF-Geschäftsstelle
Telefon: 09131 85-47073
E-Mail: geschaeftsstelleatbzkf.de

Prof. Dr. Andreas Mackensen, Direktor des BZKF und Direktor der Medizin 5 des Uni-Klinikums Erlangen. Foto: Matthias Merz Fotografie