Kopf-Hals-Tumoren

Deutsches Zentrum Immuntherapie

Sprecher:
Prof. Dr. med. Markus F. Neurath
Prof. Dr. med. univ. Georg Schett

Kopf-Hals-Tumoren

Was sind Kopf-Hals-Tumoren?

Unter dem Begriff Kopf-Hals-Tumoren werden unterschiedliche Krebsarten zusammengefasst, die im Kopf- und Halsbereich auftreten. Dazu zählen bösartige Tumoren der Mundhöhle (Mundhöhlenkarzinom), des Rachens (Pharynxkarzinom), des Kehlkopfes (Larynxkarzinom), des Schlundes (Hypopharynxkarzinom), der Nase, der Nasennebenhöhlen, des knöchernen Gesichtsschädels, der großen und kleinen Speicheldrüsen und der Schilddrüse. Bösartige Tumoren der Kopf-Hals-Region sind weltweit und in Deutschland die 7.äufigste Krebsart. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 17.000 Menschen an einem Kopf-Hals-Karzinom.

Welche Ursachen haben Kopf-Hals-Tumoren?

Der wichtigste Risikofaktor für Krebs im Kopf-Halsbereich sind der Tabak- und Nikotinkonsum. Für einen Teil der Tumore im Rachenbereich spielen humane Papillom-Virus (HPV) eine entscheidende Rolle bei der Krebsentstehung.

Welche Beschwerden/Symptome sind für Kopf-Hals-Tumoren typisch?

Je nach Lage können Tumoren im Kopf- und Halsbereich zu ganz unterschiedlichen Symptomen führen. Die Symptome der beiden häufigsten Kopf-Hals-Tumore sind nachfolgend exemplarisch aufgeführt.

Symptome bei Tumoren der  Mundhöhle und des Rachens: Tumore der Mundhöhle und des Rachens können zu Schmerzen, Schluckbeschwerden und Fremdkörpergefühl führen. Durch die Geschwulst kann es auch zu immer wiederkehrenden Blutungen aus dem Mund kommen. Ist in fortgeschrittenen Stadien die Beweglichkeit der Zunge bereits eingeschränkt, ist auch die Sprache verwaschen und undeutlich. Bei Tumoren des Rachens kann auch die Mundöffnung eingeschränkt sein.

Symptome bei Tumoren des Kehlkopfs: Das vorrangige Symptom eines Kehlkopfkarzinoms ist die Heiserkeit. Daneben wird häufig auch über ein Fremdkörpergefühl verbunden mit Schluckstörungen und Schmerzen im Hals berichtet. Atemnot tritt bei zunehmender Einengung des Kehlkopfs durch den Tumor auf.

Auch eine neu aufgetretene, vor allen einseitige und schmerzlose Schwellung am Hals kann ein erster Hinweis für ein Kopf-Hals-Karzinom sein!

Neu aufgetretene Beschwerden sollten möglichst früh durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt abgeklärt werden. Die Heilungschancen bei Krebs im Kopf-Hals-Bereich sind umso besser, je früher die Erkrankung entdeckt wird.

Behandlung – wie kann das DZI mir helfen?

Die HNO- und Strahlenklinik des Universitätsklinikums Erlangen sind Mitglieder des DZI und bieten den Patienten modernste Therapien.

Tumoren im Kopf-Hals-Bereich werden meist oft erst relativ spät in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert. In Abhängigkeit von der Gesamtsituation und vom Tumorstadium wird interdisziplinär die beste Therapie für jeden Patienten festgelegt. Bei Tumoren, die sich nicht über den Kopf-Hals-Bereich hinaus ausgedehnt haben, kann durch die alleinige Operation, die Operation gefolgt von einer Strahlen- und Chemotherapie oder einer alleinigen Strahlen- und Chemotherapie eine Heilung erreicht werden.

Hat sich der Tumor bereits in anderen Organsystemen ausgebreitet (Fernmetastasen), kommt hier regelmäßig die Immuntherapie im Sinne von Immuncheckpoint-Inhibitoren (z.B. PD-1 Inhibitoren) zum Einsatz. Zudem werden zielgerichtete Therapien gegen Wachstumsrezeptoren der Tumorzellen (z.B. EGFR) durchgeführt. Im Kopf-Hals-Tumorzentrum des Universitätsklinikums Erlangen erfolgt dies in einer gemeinsamen interdisziplinären Therapieambulanz von HNO- und Strahlenklinik. Somit sind individuelle auf den einzelnen Fall zugeschnittene Behandlungskonzepte möglich.

Über diese zugelassenen Therapieformen hinaus besteht im Rahmen des DZI die Möglichkeit zur Teilnahme an nationalen und internationalen Studien mit den neuesten Medikamenten. Ziel dieser Studien ist es die Heilungschancen bei Kopf-Hals-Tumoren weiter zu erhöhen. Gerne beraten wir Sie in unserer interdisziplinären Therapieambulanz, ob für genau Ihre Krebserkrankung eine solche Therapieoption besteht, die andernorts noch nicht zur Verfügung steht. Neben solcher spezieller Therapieformen für bestimmte Tumore, besteht für alle Patienten, die eine Immuntherapie erhalten die Möglichkeit mittels spezieller Blutuntersuchungen die Aktivität des Immunsystems zu überwachen, was Rückschlüsse auf den Erfolg der Therapie und zu erwartende Nebenwirkungen liefern kann.

 
Kontakt

DZI-Hotline für Krebspatienten
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