Möchten Sie Platz nehmen?
DZI und Hautklinik machen mit einprägsamem Ausstellungsstück auf Hidradenitis suppurativa aufmerksam
Im Foyer des Internistischen Zentrums des Uniklinikums Erlangen steht seit heute ein Ohrensessel: Klingt gemütlich – ist er aber nicht. Die Sitzfläche und die Armlehnen des Möbelstücks sind mit unzähligen Stacheln gespickt. „Da möchte wohl niemand Platz nehmen“, bringt es Prof. Dr. Wiebke Sondermann, stellvertretende Direktorin der Hautklinik des Uniklinikums Erlangen, auf den Punkt. „Es möchte also niemand den Platz von Patientinnen und Patienten mit Hidradenitis suppurativa einnehmen.“ Auf diese chronisch-entzündliche Hauterkrankung wollen die Erlanger Expertinnen und Experten mit dem ausgestellten Sessel nämlich aufmerksam machen. Betroffene leiden unter äußerst schmerzhaften Symptomen und sind dadurch sowohl körperlich als auch psychisch stark belastet. Das Ausstellungsstück und die begleitenden Schautafeln sind noch bis Montag, 10. August 2026, im Foyer des Internistischen Zentrums, Ulmenweg 18, in Erlangen zu sehen.
„Bei der Hidradenitis suppurativa, auch Akne inversa genannt, entzünden sich vor allem die Haarwurzeln in Hautregionen, in denen sich viele Schweißdrüsen befinden und in denen Haut auf Haut reibt. Dadurch entstehen immer wieder schmerzhafte Knoten, Abszesse, Fistelgänge und Narben“, erläutert Prof. Dr. Michael Sticherling, Seniorprofessor an der Hautklinik des Uniklinikums Erlangen. „Besonders betroffen sind die Achselhöhlen, der Bereich unter der Brust, aber auch der Intim- und der Gesäßbereich.“ Schmerzen beim Hinsetzen sind demnach ein sehr häufiges Symptom und der gespickte Ohrensessel ein passendes Anschauungsobjekt. Die Ausstellung „Der Sessel“ wurde vom Pharmaunternehmen UCB Pharma GmbH konzipiert und wird im Laufe des Jahres in acht verschiedenen deutschen Krankenhäusern gezeigt.
Langjährige Erlanger Expertise
Hidradenitis suppurativa betrifft vor allem junge Erwachsene. Frauen erkranken deutlich häufiger als Männer. Neben genetischen Faktoren gelten auch Rauchen, Übergewicht, Stress, Hyperhidrose sowie immunologische und hormonelle Einflüsse als Risikofaktoren. Am Uniklinikum Erlangen werden Patientinnen und Patienten dienstagnachmittags in der Sprechstunde für Immundermatosen sowie im Rahmen von klinischen Studien unter dem Dach des Psoriasis-Zentrums behandelt. Anmeldungen sind über das Kontaktformular der Hochschulambulanz auf der Website der Hautklinik möglich. Unter dem Dach des Deutschen Zentrums Immuntherapie des Uniklinikums bündeln die Erlanger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Expertise und forschen an innovativen Therapien.
Weitere Informationen:
DZI-Geschäftsstelle
09131 85-44944
dzi-leitung(at)uk-erlangen.de




